I'm a Believer. Pop Art und Gegenwartskunst

Mit der Pop Art haben das Alltägliche, das Unterhaltsame und die Ironie die Hochkultur erobert. Die Pop Art führte die Kunst an den Puls der Zeit. Die Euphorie des Wirtschaftswunders und des florierenden Kapitalismus der 1950er und 60er Jahre fanden in dieser Kunstform ihr künstlerisches Spiegelbild. Pop Art war aber auch immer die kritische Umarmung der gesellschaftspolitischen Bedingungen, die nicht mehr bekämpft werden konnten. So bediente sich Andy Warhol der Prinzipien des Kapitalismus, der Werbung und politischen Agitation oder der Oberflächlichkeit des Fernsehens, um ironische Distanzierung zu bewirken. Das Ergebnis sind Bilder mit bis heute ungebrochener Popularität. Ein Verdienst der Pop Art bleibt, dass die Museen aus dem Schattendasein elitärer Bildung hinaustraten und bis heute erfolgreich beweisen, keineswegs langweilig und verstaubt zu sein.

Die Städtische Galerie im Lenbachhaus richtete Warhol bereits früh eine Einzelausstellung aus. Das Lenbachhaus war auch der Ort der legendären Begegnung zwischen Warhol und Joseph Beuys. Die Ausstellung I'm a Believer. Pop Art und Gegenwartskunst aus dem Lenbachhaus und der KiCo Stiftung beginnt mit dieser Geschichte. Klassische Posi­tionen von Andy Warhol, Thomas Bayrle und Ulrike Ottinger bilden den Auftakt. Von Sigmar Polkes German Pop über Stephen Shores Fotografien nordamerikanischer Vor­städte führt die Ausstellung bis in die Gegenwart des Populären in der Kunst. In dieser Reihe stehen Hans-Peter Feldmann, Isa Genzken, Judith Hopf, Daniel Man und Pietro Sanguineti.

I’m a Believer ist zugleich ein Bekenntnis zur Malerei der 1950er und 60er Jahre in München. Räume von Hannsjörg Voth, Günter Fruhtrunk, Rupprecht Geiger und Irma Hünerfauth verbinden die Malerei dieser Zeit mit existentiellen Themen der neueren europäischen Geschichte in anderen Medien: Ein von Gerhard Richter eigens für das Len­bachhaus eingerichteter Raum stellt die Grenzen der Kunst im Allge­meinen und der Malerei im Speziellen vor Augen. Richters Fotografie-Zyklus Birkenau macht die Darstellung des Undarstell­baren zum Thema. Er fragt, welche Bilder zur Erinnerung und Verarbeitung unserer Geschichte zur Verfügung stehen. Fotografien sowie Video- und Dia-Installationen von Gerard Byrne, Willie Doherty und Michaela Melián schließen sich diesen Fragen an und erweitern die Gattungen und Reflexionen der Ausstellung in die großen Themen unserer Gegenwart.

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