Titel / Kurzbeschreibung
Klippen am Meer
Datierung
1931, 154 (R 14)
Objektart
Gemälde
Material
Öl auf weißer Grundierung, auf Leinwand, auf Keilrahmen
Maße
44 cm x 62 cm
Signatur / Beschriftung
u. r.: Klee; auf dem Keilrahmen: R. 14 Klippen am Meer
Ausgestellt
ja
Inventarnummer
AK 18
Zugang
Leihnahme
Creditline
Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Dauerleihgabe der Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung, München
Zitiervorschlag / Permalink
Paul Klee, Klippen am Meer, 1931, 154 (R 14), Öl auf weißer Grundierung, auf Leinwand, auf Keilrahmen, 44 cm x 62 cm, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Dauerleihgabe der Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung, München
https://sammlungonline.lenbachhaus.de/objekt/klippen-am-meer-30030994.html
Werktext
Im April 1931 wechselte Paul Klee vom Bauhaus in Dessau als Lehrer an die Düsseldorfer Akademie. In dieses Jahr fällt auch der Höhepunkt seiner Beschäftigung mit den Erscheinungsformen des farbigen Lichts, in einer Technik, die er selbst "das sogenannte Pointillieren" nannte, in Anlehnung an das Verfahren Georg Seurats und der Neoimpressionisten, die den Eindruck der sichtbaren Wirklichkeit in die farbigen Punkte des Spektrallichts zerlegten, die sich im Auge des Betrachters wieder mischten. Klee hingegen dichtet den Bildraum seiner 'divisionistischen' Werke oft durch pastos aufgetragene weiße Farbe vollständig ab und legt ein System farbiger Punkte von ähnlich konzentrierter Substanz darüber. Zum Teil sind die einzelnen Farbpartikel mehrfach übermalt, bis sie, etwa auch in ″Klippen am Meer″, als erhabenes Relief wahrnehmbar werden. Hier entwickelt sich durch die Verteilung der farbigen Punkte ein bewegtes Muster mit Anklängen an Gestein, Meer und Himmel und lässt einen oszillierenden Organismus von unbestimmter räumlicher Tiefe entstehen. Das Experiment der Darstellung des Lichts, das Klee auch in seinen berühmten Bildern ″Ad Parnassum″ (Kunstmuseum, Bern) und ″Das Licht und Etliches″ (Privatbesitz) von 1931 anstellte, wird hier, wie Jürgen Glaesemer darlegt, an die Grenzen rein farbiger, gegenstandsloser Darstellungsmöglichkeiten geführt. Die von Klee so genannte "Punktsaat" ist in diesem Sinne die äußerste Konsequenz der gerasterten Quadratbilder, deren Felder hier zu isolierten Punkten zusammengeschrumpft sind. Zwischen diesen Punkten wieder einen optischen Zusammenhang herzustellen, erfordert eine ungleich höhere geistige Anspannung des Betrachters als der auf den sinnlichen Impuls des Sichtbaren bezogene Pointillismus der Neoimpressionisten.

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